Pfotenpflege im Winter: Was Oscars Pfoten wirklich brauchen und was nicht
Oscar ist immer dabei.
Ob wir am Wochenende im Garten sind, im Wald spazieren gehen oder zusammen verreisen: Unser Mini Aussie gehört zur Wochenendbande einfach dazu. Seine Pfoten tragen ihn dabei über Asphalt, Waldwege und nasse Wiesen, bei Hitze genauso wie bei Kälte. Wenn es um Pfotenpflege im Winter geht, ist meine Antwort trotzdem ziemlich unspektakulär. Meistens reicht Abtrocknen. Wann es mehr braucht und wie ich dann vorgehe, erzähle ich hier.
Warum ich angefangen habe, Zutaten zu lesen
Oscar hat Unverträglichkeiten. Irgendwann wollte ich genau wissen, was er eigentlich bekommt. Also habe ich angefangen, Zutatenlisten richtig zu lesen. Die kleine Schrift hinten auf der Verpackung, nicht nur die großen Worte vorne.
Dabei habe ich gemerkt, wie schnell Begriffe wie „natürlich“ oder „sanft“ Vertrauen erzeugen, obwohl sie wenig aussagen. Und wenn beim Futter schon Dinge drin sind, die ich so nicht erwartet hätte, stellt sich die nächste Frage von allein: Warum sollte es bei der Pflege anders sein?
Womit ich Oscars Pfoten pflege, hatte ich bis dahin nie hinterfragt. Von da an wollte ich bei der Pflege genauso entscheiden können wie beim Futter.
Pfotenpflege im Winter: Wann Pfoten überhaupt etwas brauchen
Die meiste Zeit mache ich an Oscars Pfoten gar nichts. Nach dem Spaziergang wird abgetrocknet, fertig. Und das ist völlig in Ordnung. Gesunde Ballen sind dafür gemacht, draußen unterwegs zu sein.
Die Pfoten zeigen einem, wenn sie mehr brauchen. Das passiert schleichend über Wochen. Die Haut wird trockener, die Ballen fühlen sich rau an oder verlieren an Elastizität. Erst dann kommt bei uns ein Pfotenbalsam zum Einsatz. Er hilft, die Haut geschmeidig zu halten und sie vor weiterer Belastung zu schützen.
Pfotenpflege beim Hund: lieber zu wenig als zu viel
Pfoten kann man auch überpflegen. Wer nach jedem Spaziergang eincremt, macht die Haut eher weich und empfindlich. Dazu kommt, dass ein Balsam auf der Pfote vor allem abgeleckt wird, wenn er ständig drauf ist. Ein Pflegeritual nach jeder Runde braucht es nicht.
Pfotenpflege beim Hund hängt vom Weg ab
Ob im Winter mehr nötig ist, hängt stark davon ab, wo man läuft. Wer viel in der Stadt unterwegs ist, auf Gehwegen mit Streusalz und Splitt, hat eine echte Belastung für die Pfoten. Wer am Wochenende draußen in der Natur spazieren geht, über Felder, Wiesen und Waldwege, hat dieses Problem kaum. Schnee und Kälte allein sind für gesunde Pfoten meist kein Grund, mehr zu machen.
Was im Winter auf die Pfoten gehen kann
Streusalz und Splitt
Streusalz trocknet die Haut aus. Splitt und Sand wirken auf den Ballen wie Schmirgelpapier. Rötungen, feine Risse und Entzündungen können die Folge sein. Dazu kommt, dass Hunde ihre Pfoten sauber lecken und so Salz aufnehmen. Das kann auf den Magen schlagen und zu Durchfall oder Erbrechen führen.
Nach Runden auf gestreuten Wegen hilft es deshalb, die Pfoten mit lauwarmem Wasser abzuspülen, auch zwischen den Zehen, und sie danach gründlich abzutrocknen. Ein ganzes Bad ist dafür nicht nötig. Wer täglich solche Strecken läuft, kann vorher dünn Balsam auftragen. Das legt eine leichte Schutzschicht auf die Ballen.
Schnee und Eisklumpen im Fell
Bei vielen Hunden setzt sich Schnee im Fell fest und friert zu kleinen Klumpen. Häufig passiert das zwischen den Ballen. Bei Oscar ist das kaum ein Thema. Bei ihm sammeln sich die Klumpen eher an den längeren Haaren an den Beinen.
Herausziehen sollte man die Klumpen nicht, dabei reißen Haare mit. Am besten lässt man sie zu Hause mit lauwarmem Wasser auftauen. Hat ein Hund viel Fell zwischen den Ballen, kann man es im Winter vorsichtig kürzen oder kürzen lassen.
Noch ein kleiner Hinweis: Wer morgens die Autoscheiben mit Enteiser aus der Sprühflasche freimacht, sollte darauf achten, dass der Hund nicht durch das läuft, was auf den Boden tropft. Enteiser kann Stoffe enthalten, die für Hunde giftig sind, wenn sie sie ablecken.
Vorsicht bei ätherischen Ölen
Viele Rezepte für Pfotenbalsam aus dem Netz enthalten ätherische Öle. Die sollte man nur mit großer Vorsicht verwenden. Teebaumöl, Pfefferminze, Eukalyptus und ähnliche Öle können für Hunde gefährlich sein. Gerade bei einem Balsam, der auf der Haut bleibt und abgeleckt wird, lasse ich solche Zutaten deshalb weg.
Pfotenbalsam selber machen: eine schöne Aktion für die ganze Familie
Selbermachen ist für mich eine Alternative, keine Pflicht. Gekaufte Produkte sind nicht grundsätzlich schlecht. Mir gibt es aber Sicherheit, wenn ein Balsam aus wenigen Zutaten besteht, bei denen ich weiß, wofür sie da sind. Und ich kann ihn herstellen, wenn Oscars Pfoten ihn brauchen.
Dafür habe ich einen Guide geschrieben, mit einfachen Rezepten für Pfotenbalsam und Hundeshampoo. Die Zutaten sind überschaubar und alles ist so aufgebaut, dass man es ohne großen Aufwand umsetzen kann.
Das Herstellen ist auch eine schöne Beschäftigung für ein Winterwochenende. Kinder können mitmachen, wenn sie möchten. Das Erhitzen und Schmelzen übernimmt ein Erwachsener, Rühren, Abfüllen und das Beschriften der Döschen können Kinder gut selbst machen. Und wer Freunde mit Hund hat, hat damit gleich ein selbstgemachtes Geschenk, zum Beispiel zu Weihnachten.
Ein paar Dinge gelten beim Selbermachen immer:
- Nur saubere Gefäße verwenden und den Balsam mit sauberen Händen entnehmen.
- Ein Balsam ohne Wasser hält kühl und luftdicht gelagert deutlich länger als wasserhaltige Produkte. Riecht oder sieht er anders aus als am Anfang, kommt er weg.
- Neues Produkt erst an einer kleinen Stelle ausprobieren und schauen, ob die Haut reagiert.
- Dünn auftragen und kurz warten, bis der Balsam eingezogen ist. Auf offene Wunden gehört er nicht.
Wann zum Tierarzt?
- Tiefe Risse, blutende oder offene Stellen an den Ballen
- Schwellungen, Eiter oder starke Rötung zwischen den Zehen
- Dein Hund humpelt oder will eine Pfote nicht belasten
- Ständiges Lecken oder Knabbern an den Pfoten
- Durchfall oder Erbrechen nach Spaziergängen auf gestreuten Wegen
- Verdacht, dass dein Hund Enteiser oder ätherische Öle abgeleckt hat: sofort in die Tierarztpraxis
Diese Tipps ersetzen keinen Tierarztbesuch.
Meine Empfehlung · Werbung (eigenes Produkt)
Sanfte Pflege für Hunde
Guide · Rezepte für Pfotenbalsam und Hundeshampoo
In meinem Guide findest du einfache Rezepte mit wenigen Zutaten, bei denen klar ist, wofür sie da sind. Er ist für alle gedacht, die wissen möchten, was sie bei ihrem Hund verwenden, und die Pflege gern selbst herstellen, allein oder zusammen mit den Kindern.
Ansehen →Häufige Fragen
Brauchen Hunde im Winter Schuhe?
Die meisten nicht. Hundeschuhe können helfen, wenn die Ballen schon verletzt sind oder ein Hund jeden Tag lange Strecken auf gestreuten Wegen läuft. Viele Hunde müssen sich aber erst daran gewöhnen.
Kann ich für die Pfotenpflege beim Hund meine Handcreme nehmen?
Besser nicht. Handcremes enthalten oft Duftstoffe oder Alkohol und alles, was auf die Pfoten kommt, wird früher oder später abgeleckt. Ein Balsam für Hunde ist dafür die bessere Wahl.
Mein Hund leckt den Balsam sofort ab. Was hilft?
Nur eine dünne Schicht auftragen und den Hund ein paar Minuten ablenken, bis der Balsam eingezogen ist. Eine gute Gelegenheit ist zum Beispiel kurz vor dem Spaziergang.
Ist Pfotenpflege beim Hund auch im Sommer ein Thema?
Ja, vor allem wenn der Asphalt sehr heiß ist. Die Regel bleibt dieselbe: hinschauen und erst dann pflegen, wenn die Ballen rau oder trocken werden.
Wie lange hält selbst gemachter Pfotenbalsam?
Ohne Wasser und kühl gelagert hält er deutlich länger als wasserhaltige Produkte. Am einfachsten ist es, kleine Mengen herzustellen und sie in der Saison aufzubrauchen.